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MESSUNGEN ZUM VOLLZUG DER 23. BIMSCHV

HERBST 1999 BIS HERBST 2000

AUFTRAGGEBER:

Ministerium für Umwelt und Verkehr

BEARBEITUNG:

UMEG Zentrum für Umweltmessungen, Umwelterhebungen und Gerätesicherheit

Regierungsbezirk Stuttgart - Ergebnisse: Übersicht - Tabelle 

1 EINLEITUNG

In diesem Bericht werden die Ergebnisse verkehrsnaher Messungen zum Vollzug der 23. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz - 23. BImSchV an insgesamt 72 Messpunkten in Baden-Württemberg von November 1999 bis Oktober 2000 vorgestellt. Die im März 1997 in Kraft getretene 23. BImSchV legt Konzentrationswerte für die verkehrstypischen Schadstoffe Stickstoffdioxid, Benzol und Ruß fest, die an stark befahrenen Straßen, Straßenabschnitten oder Verkehrsknotenpunkten zu überprüfen sind. Mit Schreiben vom 08.07.1997 (AZ: 43- 8820.40 - 23. VO/29) verfügte das Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (UVM), dass zum Vollzug der 23. BImSchV die Immissionsbelastung an allen hochbelasteten Straßenabschnitten in Baden-Württemberg gemessen werden soll. Im Rahmen eines ersten im Herbst 1998 abgeschlossenen Messprogramms wurden 83 Messpunkte untersucht. Die Durchführung dieser wie auch der jetzigen Messungen erfolgte durch die UMEG. Die Ergebnisse wurden in dem UMEG-Bericht Nr. 31-1/99 „Ergebnisse der Messungen zum Vollzug der 23. BImSchV - Messzeitraum Herbst `97 bis Herbst `98" veröffentlicht. Nach Beendigung des ersten Messprogramms wurden, bis die Konzeption des zweiten Messprogrammes abgeschlossen war, die Messungen an 11 Messpunkten orientierend fortgeführt. Die Ergebnisse wurden in dem UMEG-Bericht 31-1/2000 „Ergänzende Messungen im Hinblick auf die 23. BImSchV - November 1998 bis November 1999" vorgestellt. Das zweite Messprogramm startete nach Auswahl neuer Messpunkte durch die Regierungspräsidien in enger Absprache mit den Kommunen im Herbst 1999. Es wurden insgesamt 72 Messpunkte beprobt. An zwei der 72 Messpunkte, die im Bereich der Autobahnanschlussstelle Stuttgart- Zuffenhausen liegen, wurden die Messungen im Auftrag der Stadt Korntal-Münchingen durchgeführt. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Messverfahren. 41 Messpunkte wurden mit Messfahrzeugen, 31 Messpunkte mit netzunabhängigen Probenahmesystemen (NUPS) in Kombination mit Stickstoffdioxid- Passivsammlern beprobt. An 4 Standorten wurden Digitel-High-Volume-Sampler für die Rußprobenahme eingesetzt. Die verschiedenen Messverfahren sind im Anhang beschrieben. Mit in das neue Messprogramm übernommen wurden auch 8 der 11 Messpunkte, die nach dem 1. Messprogramm orientierend weiter beprobt wurden. Dies ist insbesondere deshalb von Interesse, da an einem dieser Messpunkte (Karlsruhe-Grötzingen) bereits Maßnahmen zur Immissionsminderung umgesetzt wurden. Ebenfalls Maßnahmen zur Immissionsminderung wurden am Messpunkt Vaihingen umgesetzt (Verbot für Lkw > 7,5 t), der im Rahmen des jetzigen und des ersten (1997/98) Messprogrammes beprobt wurde. So kann neben der allgemeinen Entwicklung der Immissionssituaion der drei relevanten Schadstoffe auch die Wirksamkeit von Maßnahmen vor Ort beobachtet werden. Weiterhin ermöglichen die kontinuierlichen Messungen an den Verkehrsmessstationen in Baden-Württemberg, die Entwicklung der Immissionsbelastung seit 1994 darzustellen und zu diskutieren.

2 AUSWAHL DER MESSPUNKTE

Die Auswahl der Messpunkte erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Regierungspräsidien. In jedem Regierungsbezirk wurden, in Zusammenarbeit mit den Kommunen, die für Messungen in Frage kommenden Straßenabschnitte ermittelt. Aus den vorgeschlagenen Straßenabschnitten und Verkehrsknotenpunkten wurden 55 Messpunkte ausgewählt. Bei den gemeinsamen Vor-Ort-Terminen von Vertretern der Regierungspräsidien, der Kommunen und der UMEG wurden die optimalen Standorte für die Messfahrzeuge bzw. Messgeräte festgelegt. Neben den „neuen” Messpunkten wurden 15 „alte” Messpunkte weiterbeprobt (Tabelle 1). An 3 dieser Messpunkte wird Ruß schon mehrere Jahre gemessen, so dass die kontinuierliche Messreihe Aufschluss geben kann über den zeitlichen Trend der Rußbelastung an stark belasteten Straßenabschnitten. An 10 der „alten” Messpunkte wurden im Rahmen der vorangegangenen Messkampagne Überschreitungen der Prüfwerte festgestellt und an 2 dieser Messpunkte Maßnahmen zur Immissionsminderung bereits umgesetzt. Die Fortführung der Messungen an diesen beiden Messpunkten kann nun Hinweise zur Wirksamkeit der Maßnahmen geben. Tabelle 2 zeigt eine Übersicht über die insgesamt 72 Messpunkte des „Messprogramm zum Vollzug der 23. BImSchV — Messzeitraum Herbst 1999 bis Herbst 2000“.

Neben den Angaben zum Messpunkt (Landkreis, Stadt/Gemeinde, Straße, Messpunktname, Messpunkt-Nr.) geht aus Tabelle 2 auch hervor, welches Messverfahren an dem betreffenden Messpunkt eingesetzt wurde. Die detaillierten Standortbeschreibungen der einzelnen Messpunkte sind in einer separaten Messpunktbeschreibung aufgeführt.

Besonderheiten:

Regierungspräsidium Stuttgart

• Messpunkte 402 ‘Schwieberdinger Straße’ und 403 ‘Kallenbergstraße’ in Korntal-Münchingen: Die Messungen wurden hier nicht nach den Vorschriften der 23. BImSchV durchgeführt (4 m Abstand zur Mitte der nächstgelegenen Fahrspur), sondern im Bereich der Autobahnanschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen. Anlass sind mehrfache Anfragen von Anwohnern nach der durch die Autobahnanschlussstelle und die in unmittelbarer Nähe verlaufenden Bundesstraße 10 verursachten Immissionsbelastung. Die Messungen wurden im Auftrag der Stadt Korntal- Münchingen durchgeführt.

• Messpunkt 427 ‘Süßen-Heidenheimer Straße’: Der Messpunkt liegt an einer Verbindungsstraße zwischen Stuttgarter Straße und Donzdorfer Straße und wird v.a. von Lkw als Abkürzung genutzt. Hier wird eine hohe Rußbelastung vermutet.

3 ERGEBNISSE

Die Ergebnisse der Messungen 1999/2000 für Stickstoffdioxid, Benzol und Ruß sind in Tabelle 3 getrennt nach den zuständigen Regierungspräsidien aufgeführt. Ebenfalls enthalten sind die 2 Messpunkte, an denen im Auftrag der Stadt Korntal- Münchingen im Bereich der Autobahnanschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen Messungen stattfanden. Insgesamt wurden an 72 Messpunkten im Rahmen der Messungen Proben gezogen. Davon kamen an 41 Messpunkten Messfahrzeuge und an 31 Messpunkten NUPS und NO2-Passivsammler zum Einsatz. An 4 Standorten wurden Digitel-High-Volume- Sampler für die Rußprobenahme eingesetzt. Die Tabelle enthält die Kenngrößen der drei relevanten Schadstoffe. Für Ruß und Benzol ist jeweils der Jahresmittelwert und für NO2 der 98%- Wert des Jahres angegeben. Überschreitungen der Konzentrationswerte der 23. BImSchV sind dabei rot gedruckt. Die Berechnung der Kenngrößen ist im Anhang 7.1 beschrieben. Die meisten Überschreitungen wurden für Ruß ermittelt. An 26 Messpunkten wurde der Konzentrationswert der 23. BImSchV von 8 µg/m³ z.T. deutlich überschritten. Der höchste Ruß-Jahresmittelwert wurde mit 17,8 µg/m³ am Messpunkt Nr. 45 in Stuttgart- Feuerbach 1 in der Siemensstraße ermittelt. Für Stickstoffdioxid wurden 8 Überschreitungen des Konzentrationswertes von 160 µg/m³ festgestellt. Mit Ausnahme des Messpunktes Nr. 430 in Mannheim (Luisenring) traten Überschreitungen des Konzentrationswertes für NO2 nur an Messpunkten auf, an denen auch eine Überschreitung des Konzentrationswertes von Ruß ermittelt wurde. Mit 205 µg/m³ wurde der höchste 98%-Wert für Stickstoffdioxid am Messpunkt 426 in Karlsruhe an der Südtangente (B10) beobachtet. Für Benzol wurden keine Überschreitungen des Konzentrationswertes der 23. BImSchV von 10 µg/m³ festgestellt. In Abbildung 1 sind die Messpunkte, an denen Überschreitungen für Ruß festgestellt wurden, in einer Rangfolge dargestellt. Mit aufgeführt wurden die 98%-Werte für Stickstoffdioxid an diesen Messpunkten. Die Abbildung zeigt die teilweise sehr hohe Rußbelastung an den Messpunkten. An den Messpunkten Stuttgart-Feuerbach 1/ Siemensstr. (Nr. 45) und Leonberg/Grabenstr. (Nr. 34) liegen die erreichten Jahresmittelwerte für Ruß mehr als doppelt so hoch wie der Konzentrationswert der 23. BImSchV. Allerdings korrelieren hohe Rußbelastungen nicht unmittelbar mit hohen Stickstoffdioxidbelastungen. So wird z.B. am Messpunkt 45 Stuttgart-Feuerbach1 der Konzentrationswert der 23. BImSchV für Stickstoffdioxid mit 162 µg/m³ nur knapp überschritten und der Messpunkt 34 in Feuerbach zeigt mit 138 µg/m³ eine deutlich Unterschreitung des Konzentrationswertes. Den höchsten 98%-Werte für Stickstoffdioxid zeigt der Messpunkt 426 in Karlsruhe/Südtangente, der bezüglich des Ruß-Jahresmittelwertes erst an vierzehnter Stelle liegt. Hier ist die Verkehrssituation am jeweiligen Messpunkt entscheidend. Steigungen und enge, kurvenreiche Straßenverläufe führen zwangsweise zu Schaltvorgängen, Abbremsen und Beschleunigen. Diese Faktoren spielen insbesondere bei der Rußbelastung eine entscheidende Rolle.

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