| Muß Leonberg außer den stark
befahrenen Autobahnen auch noch eine Autobahnumleitung mitten durch die
Stadt schultern? (Renate Wohlbold | 11 Nov. 2005 09:34)
Ich bin der Meinung Leonberg muß sich endlich wehren,
um für die Wohnbevölkerung nicht immer unattraktiver zu werden. Mehr
Straßen = mehr Verkehr = mehr Luftschadstoffe + mehr Lärm.
Frau Horn sieht das nicht so, aber hat sie wirklich der Stadt Bestes im
Blick?
Aus der LKZ vom 8.11.05: Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder
doch?
Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im
Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel
kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden
hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18
zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B
295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an
Stoßstange.
In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative
zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch
den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts
wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem
Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch
"technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach
einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen
und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese
Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.
Was wird aus der Leonberger
Altstadt? (Renate Wohlbold |
10 Nov. 2005 06:54
Da Luftschadstoffe und Lärmemissionen den direkten
Weg bevorzugen, sprich die „Luftlinie“ habe ich mir diese mal
genauer angeschaut. Am Beispiel von Frau Horns Lieblingsvariante,
Netzfall 5 und einem Stadtplan kam ich zu folgenden Zahlen:
Entfernung zur Feuerbacher Strasse ca. 150m
Entfernung zum Spitalschulkindergarten ca. 75m
Entfernung zur Seniorenresidenz ca. 150m
Entfernung zur Sonnenkreuzung ca. 300m
Entfernung zum Schloß ca. 45m
Entfernung zur Stadtkirche ca. 120m
Im Vergleich dazu Entfernung Stadtkirche zur Grabenstr. ca. 225m
Sicher sind diese Zahlen nicht ganz genau, da wir noch keine genauen Pläne
haben, aber sie werden nur wenig abweichen, da die Trasse stadtnah geführt
werden soll und die Glems vielleicht doch nicht überdeckelt werden
soll.
Brenner und Münnich haben für diesen Bereich der Tangente Staus
vorausgesagt und daran wird sich kaum was ändern. Dies bedeutet hohen
Schadstoffausstoß vor dem Tunnelmund mit den entsprechenden Folgen. Die
Grundbelastung in der Altstadt wird deutlich höher zumal der Wind
meistens von Westen kommt. Parallel dazu wird auch in der Grabenstrasse
noch Verkehr sein, vielleicht mehr als jetzt geplant, da die Geschäfte
in der Altstadt, am geplanten Boulevard und in der neuen Stadtmitte auf
mobile Kunden angewiesen sind. Insgesamt werden die Belastungen durch
den Verkehr in der Altstadt höher. Sie ist dann quasi eingekesselt von
Lärm- und Schadstoffquellen. Wird man hier noch leben können bzw.
wollen?
das interessiert doch unsere Verantwortlichen nicht
(Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 08:16)
wichtiger ist denen die Quartiere für die Reichen
auszubauen, z.B. im Osten die Kirschgärten. Die Villenbewohner bringen
der Stadt mehr Steuern. Leonberg will doch erklärtermassen seine
Einwohnerzahl erhöhen, Das würde zusätzlichen Verkehr bringen, der
halt irgendwo hin muss. Dafür sind die Proletarierviertel in der
Altstadt, der Gartenstadt mit dem Glemstal, der Halde und des Ezach
genau richtig. Die Schadstoffe, d.h. die Gesundheit der Bürger haben
die meisten unserer Stadtväter/Mütter noch nie wirklich interessiert.
RE: das interessiert doch unsere Verantwortlichen
nicht (Renate | 10 Nov. 2005 09:02
Aber das sollte schon interessieren. Nehmen wir einmal
an, hier wohnen nur noch bedürftige Menschen, die sich leider keine
bessere Luft leisten können, wer kommt dann für die Kosten der dazugehörigen
teuren Stellplätze in der Parkkaverne auf? Auch so eine teure
Fehlplanung, von der Verwaltung vorgeschlagen, von Gutachtern empfohlen,
vom Gemeinderat beschlossen, von den Bürgern nicht angenommen.
da haben doch die Antwort! (Thomas Müller | 10 Nov. 2005 09:11)
Wir Bürger verstehen die Verantwortlichen halt
einfach nicht!
Wir sind einfach nicht in der Lage, all das edel‘ Werk dieser
Edelleute nach zu vollziehen.
Römergalerie, Parkgarage, Stadthalle etc.
Sie meinen es doch bloß gut mit uns - und wir nehmen es nicht an und
schimpfen nur.
Ergo: Die Edelleute und Gutachter streuen Blumen unter‘s Fußvolk und
wir trampeln sie kaputt. Also - sind doch eigentlich wir die wahrhaft
Schuldigen, oder ?
zur Fehlplanung Parkkaverne
(Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 10:15
Die ‘Adligen‘ müssen es ja nicht bezahlen. Die
Parkkaverne macht z.B. -wenn ich mich richtig erinnere - JÄHRLICH
Verluste in der Größenordnung von 600.000 €. Dabei sind
wahrscheinlich noch nicht einmal die Kreditkosten eingerechnet, die im
Rahmen der sogenannten ‘Vermögensumschichtung‘ jedes Jahr neu
hinzukommen. (müßte ich nachprüfen).
Niemanden stört dies offensichtlich. Dies wird einfach nur jedes Jahr
neu bilanziert. Das Proletariat bezahlt es ja jedes Jahr brav und ohne
Murren mit ihren Steuern
Kleine Korrektur ...
(Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 13:02)
Die Verluste der Parkkaverne werden durch die
Wassergebühren ausgeglichen, d.h. wir zahlen sie mit den Wassergebühr
mit, nicht mit Steuern. Die Stadtwerke sind in Leonberg so konstruiert.
Aber ob Gebühren oder Steuern - da jeder Wasser zum Leben braucht,
bleibt sich‘s gleich.
RE: Was wird aus der Altstadt?
(Petra | 10 Nov. 2005 14:50)
Um die hochtrabenden Pläne eines Boulevards in der
Stadtmitte verwirklichen zu können, soll ein Tunnelmund unter einer
Schule gebaut und evtl. eine Mühle abgerissen werden, die Glems
zubetoniert mit einer 62 000 m²-großen Kreuzung und außerdem sollen
noch ein paar Häuser dem zukünftigen Straßenverlauf weichen. Klar,
dass dann in der Gartenstadt ein Leben unterhalb von
EU-Schadstoffgrenzen nicht mehr möglich sein wird. Vorschlag, wenn wir
schon beim Abreissen sind, reissen wir doch die Gartenstadt gleich mit
ab, dann hätten wir doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe
geschlagen. 1. Die Luft könnte besser zirkulieren und der Dreck könnte
gleichmäßiger über ganz Leonberg verteilt werden und 2. Es gäbe
keine aufmüpfigen Gartenstädtler mehr, die es wagen Planungen zu
hinterfragen.
Weiß jemand, ob es zulässig ist, bewußt EU-Richtlinen-Überschreitungen
von einem Ort auf den anderen zu verlagern, ohne das eignetlich Problem
an der Wurzel zu packen?
Zur Frage EU-Richtlinien und Verkehrsverlagerung
(Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 21:36)
Die EU Richtlinien mit den Schadstoffgrenzwerten sind
zum Schutz der menschlichen Gesundheit eingerichtet worden. Das Ziel
ist, die Schadstoffkonzentrationen überall da, wo sich Menschen häufig
aufhalten, möglichst gering zu halten. Wohlgemerkt: so gering wie möglich,
nicht nur weniger als der jeweilige Grenzwert. Die Grenzwerte sind nur
deswegen eingerichtet worden, um eine verbindliche Grenze für den bei
Überschreitung notwendigen definitiven Handlungsbedarf zu haben. Damit
widerspricht eine Verlagerung der Schadstoffbelastung von einem Ort zu
einem anderen schon prinzipiell den EU-Richtlinien.
Von der Rechtspraxis her stehen wir allerdings am Anfang. Es gibt bisher
nur wenige Urteile. Die Behörden müssen sich noch daran gewöhnen,
dass die Luftreinhaltung einen wesentlich höheren Stellenwert als
bisher hat. Für uns Bürger ist diese Situation gut, da die Behörden
dazu neigen, die alte lasche Praxis einfach fortzusetzen, wie auch jetzt
beim Altstadttunnel in Leonberg. Bei der Planungsausschusssitzung war es
kein Thema. Es hat auch kein Gemeinderat danach gefragt. Damit laufen
die Behörden sehr schnell Gefahr, Klagen tatsächlich zu verlieren.
Dies hat das Regierungspräsidium in Stuttgart bereits zu spüren
bekommen. Das RP war sich absolut sicher, dass die Klage kein Erfolg
haben wird. Es hat sich geirrt. Wer unseren Regierungspräsidenten
kennt, weiß wie sehr ihn dies wurmt.
Ein Problem stellt allerdings der Nachweis dar. Hier könnte es noch
Schlupflöcher geben. Vor allem dann, wenn keine Messwerte vorliegen.
Dann wird ein Gutachter eingeschaltet und der schätzt bekanntlich halt
so, dass sein Auftraggeber zufrieden ist. Im Fall des westlichen
Altstadttunnels haben wir bessere Karten. Im Müllergässle, d.h. direkt
am Tunnelmund wird gemessen und am anderen Ende der geplanten neuen
Verkehrshauptachse haben wir auch Messwerte - nämlich in der
Gebersheimer Straße. Daher wird es für die Stadt nicht einfach sein,
nachzuweisen, dass es keine Verschlechterung der Situation und vor allem
keine Grenzwertüberschreitung geben wird. Notfalls könnten wir dann
immer noch klagen - das könnte sogar ein bundesweit beachteter
Musterprozess werden - mit guten Erfolgsaussichten. Für das Leonberger
Image wär‘s allerdings nicht besonders vorteilhaft. Vor allem die gut
Betuchten werden es sich dann zweimal überlegen, nach Leonberg zu
ziehen.....
Altstadt-Tunnel: die wahre Interessenlage
(Ewald Thoma | 08 Nov. 2005 10:37
Der folgende Artikel aus der LKZ macht deutlich, worum
es beim Altstadttunnel wirklich geht. Die Frau Baubügermeisterin
sagt‘s darin auch noch offen. Die Stadt hofft auf Finanzierungsbeiträge
vom Land für den Tunnel mit der Argumentation, dass er als
Umleitungsstrecke für die Autobahn geeignet ist. Das heißt wieder
einmal, daß die Leonberger Bürger Lasten übernehmen sollen, von denen
sie nichts haben - nur Dreck und Gestank. Außerdem ist dies ein klares
Indiz dafür, dass die Strecke generell als Auobahnausweichsstrecke
attraktiv für Autos und LKWs ist. Das Verheerende in Leonberg ist, dass
dies alle Straßen trifft, auch die, die eigentlich entlastet werden
sollen. Denn der Verkehr ist wie Wasser. Wenn er zwei Durchfahrtsmöglichkeiten
statt einer durch Leonberg angeboten bekommt, nutzt er sie. Ergebnis:
Wir haben insgesamt erheblich mehr Verkehr in unserer Stadt. Nix mit schönem
Boulevard !
Nun hat kein Gemeinderat, der dieser Lösung zustimmt, irgendeine
Ausrede: Er stimmt ganz klar für ein für ganz Leonberg schädliches
Konzept! Die ganzen Beteuerungen der Gutachter, dass kein Verkehr von
den Autobahnen in die Stadt abgezogen wird, kann man in der Pfeife
rauchen. Danke liebe Frau Baubürgermeisterin für diese Klarstellung !
Hier der Text des Artikels:
Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder doch?
Leonberg. Ausgerechnet zum Auftakt des Berufsverkehrs nach den
Herbstferien sorgte gestern Früh der Lastwagenunfall im Engelbergtunnel
(siehe Seite 17) für ein Verkehrschaos - was vor allem die Stadt über
dem Tunnel zu spüren bekam.
Von Michael Schmidt
Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im
Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel
kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden
hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18
zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B
295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an
Stoßstange.
In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative
zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch
den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts
wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem
Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch
"technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach
einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen
und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese
Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.
Der am vergangenen Freitag im Gemeinderat ins Spiel gebrachte
"Tunnel unter der Altstadt" sei auch für solche Notfälle die
beste Lösung: "Doch deswegen brauchen wir den Tunnel nicht. Er
soll den starken Ost-West-Verkehr innerhalb der Stadt lösen",
meint die Baubürgermeisterin.
Im Regierungspräsidium Stuttgart stoßen die Leonberger Tunnelpläne
durchaus auf offene Ohren: Solch ein Vorhaben "in kommunaler Bauträgerschaft"
könnte nach den entsprechenden Regeln zu zwei Dritteln aus
Landesgeldern bezahlt werden", meint Frank Buth, Sprecher der Behörde.
Er fügt jedoch noch ein dickes "Aber" hinzu: "Eine Förderung
kann nur erfolgen, wenn die Finanzierung der übrigen Kosten
sichergestellt ist." Noch ist der von Inge Horn auf 25 bis 30
Millionen Euro Baukosten geschätzte Tunnelbau lediglich eine
Absichtserklärung im Flächennutzungsplan - und über den wollen die
Gemeinderäte erst noch abstimmen.
Eine andere Lösung für den Fall einer Vollsperrung der Autobahn und
des Engelbergtunnels könnte schneller Realität werden: Das
Regierungspräsidium verweist auf den Ausbau der A 8 zwischen Leonberg
und Heimsheim sowie den Bau des Westanschlusses. "Mit zwei
Autobahnanschlüssen lässt sich der Verkehr im Notfall besser
entzerren", sagt Frank Buth. Allerdings müsse hier konkret geprüft
werden, wie nach dem Ausbau der Autobahn zwischen Leonberg und Heimsheim
die Umleitungsstrecken aussehen. "Da sind wir auf den Rat und die
Einschätzung der Landratsämter, der Städte und Gemeinden
angewiesen." Grundsätzlich sei es immer schwierig, wenn eine hoch
belastete dreispurige Autobahn auf eine einspurige Landstraße
umgeleitet werden muss. "Es ist eben ein Notfall", bittet der
Behördensprecher des Regierungspräsidiums die Autofahrer um Verständnis.
Leonbergs Erster Bürgermeister Helmut Noë relativiert die Auswirkungen
des gestrigen Unfalls. "Das passierte eben zu einer ungünstigen
Zeit. Wenn die Lastwagen morgens von den Rastplätzen aufbrechen, ist
natürlich auch auf den Umleitungsstrecken viel los." Er hält an
der U 18 durch Leonberg fest, auch mit dem Verweis auf andere
Metropolen: "Vergangene Woche habe ich in München eine ähnliche
Situation erlebt. Die Wirkung der blauen Umleitungsschilder wird von
Fachleuten tatsächlich nicht sehr hoch bewertet - dank moderner
Satellitennavigation. Immer mehr Autofahrer verlassen sich im
Zweifelsfall auf ihr Navigationssystem, das sie auch über völlig
abwegige Nebenstrecken ans Ziel bringt."
Wer immer noch auf Zuschüsse hofft , träumt
(Ulrich Stiller | 08 Nov. 2005 18:27)
Ein Besipiel, wie die öffentliche Haushaltslage
aussieht, zeigt der Bundeshaushalt in Berlin:
Volumen 250 Milliarden Euro
davon entfallen auf
Rentenzuschuss 78 Milliarden
Kreditzinsen 40 Milliarden
Kosten Arbeitsmarkt 43 Milliarden
Summe 161 Milliarden
Diese Zahlen sagen eigentlich alles: Wer angesichts der desolaten
Finanzen der öffentlichen Haushalte, wo kein Handlungsspielraum mehr
vorhanden ist, an Finanzspritzen glaubt, der träumt oder hat einen
Leonberger Tunnelblick.
RE: Wer immer noch auf Zuschüsse hofft , träumt
(Ralf | 08 Nov. 2005 23:37
Ja Uli, manchmal beschleichen mich solche Albträume.
Das im Augenblick kein Geld da ist um eine Tunnellösung durchzusetzen
ist doch genau das Argument von denen die den Tunnel haben wollen.
Seltsam !!! Die Erfahrung hat gezeigt, daß das was geplant wurde auch
gegen jede Vernunft umgesetzt wurde.
Es geht hier um unsere und unserer Kinder Zukunft und Gesundheit. Dafür
lohnt es sich zu kämpfen. Wer weiß wofür eine chaotische Regierung
ihr Geld aúsgibt. Demnächst wird bestimmt ein Gutachter vorrechnen wie
hoch der volkswirtschatliche Schaden ist, wenn der Engelbergtunnel 5 x
im Jahr verstopft ist. Da sind dann 30 Mio. € so gut wie gar nichts.
Politische Entscheidungen sind nicht immer rational zu erklären. Wie
heißt es so schön: Wehret den Anfängen. Ist der Tunnel im
Planfeststellungsverfahren aufgenommen, wird er auch kommen. Es
interessiert dann auch niemanden mehr, daß durch einen Altstadttunnel
der Verkehr angezogen wird. Ist Dir schon mal aufgefallen, wo die
Mautstationen auf der Autobahn stehen. Nach der Ausfahrt Ditzingen.
Jeder LKW-Fahrer mit OBU wäre ja blöd, wenn er nicht die Abkürzung
nutzen würde. Fazit ist:
- ein Tunnel wird gebaut, wenn er geplant ist
- die Schadstoffbelastung in der Innestadt wir durch diese Lösung nicht
gesenkt.
- ein Naturschutzgebiet (Glems) wird bewußt zerstört.
- Die Gartenstadt wir von Leonberg abgespalten
- hunderte von Kindern können über Hauptverkehrsachsen in Kindergärten
und Schulen gehen.
Ich habe Angst, daß eine Infrastruktur zerstört wird, nur weil man uns
einfach weiss macht, daß es für diese Lösung kein Geld gibt. Warum
plant man sie dann überhaupt ?!?
Man kann es auf den Punkt bringen ...
(Ewald Thoma | 09 Nov. 2005 11:52)
1. Entweder ist das Geld im Planungszeitraum nicht
vorhanden (was ich auch glaube), dann sind die für die Planung
verbratenen Gelder schlicht und einfach Verschwendung öffentlicher
Gelder (und zwar in signifikanter Höhe, nicht nur die Gutachter kosten
Geld sondern auch die Arbeit der Verwaltung). Planungen ins Blaue hinein
können wir uns bei der Leonberger Finanzsituation nicht mehr leisten.
Die Gemeinderäte haben auch diesbezüglich eine klare Verantwortung
(dies an die Adresse derjenigen Gemeinderäte gerichtet, die uns damit
beruhigen wollen, dass ja wegen Geldmangels sowieso nichts kommen wird).
Oder
2. Die Planung wird tatsächlich in den nächsten Jahren konkret
angegangen.
Beides ist für uns als Bürger schlecht. Also bleibt uns nichts anderes
übrig als uns zu wehren und die Gemeinderäte müssen nun so oder so
Farbe bekennen
Ein Appell für die Vernunft (Tony | 08 Nov.
2005 19:37)
Liebe Gemeinderäte,
Sie finden den Vorschlag der Stadtverwaltung ein Tunnel durch die
westliche Stadtmitte wahrscheinlich verführerisch. Endlich könnten Sie
das leidige Thema Verkehr weg haben. Auch das leidige Thema
Luftschadstoffe wäre erledigt: keine Klagen mehr, man will ja was tun.
Ja, wenn es nur das Problem mit den Finanzen nicht gäbe, könnte man
sogar sofort beginnen. Das ist sogar gut, das mit dem Finanzen. Man kann
die aufmüpfigen Bürger besänftigen in dem man ihnen erklärt:
“macht ihr euch keine Sorgen, der Tunnel kommt sowieso nicht, dafür
ist kein Geld da.“
Falls Sie oder Ihre Kollegen diese Einstellung haben möchte folgendes
sagen:
1. Dieser Tunnel bietet keine Lösung der innerstädtische
Verkehrsprobleme, er ist ein Problemverlagerung. Ein Nullsummenspiel für
teueres Geld. Wollen wir das wirklich? Ist das wirklich im Interesse der
Stadt? Können Sie so was mit gutem Gewissen zustimmen?
2. Derzeit sind zwei große Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen im Raum
Leonberg kurz vor ihrer Umsetzung: Der Westanschluss mit Ausbau der B295
und die Rutesheimer Nordumfahrung. Wie die Verkehrströmungen nachher
aussehen werden weiß derzeit niemand, es gibt lediglich (widersprüchliche)
Prognosen. Wer macht in so eine Situation eine neue Planung bzw. die
Festlegung einer zukünftige Planung? Gewiss nicht ein seriöser Planer.
Vielleicht jemand der versuchen möchte bisherige Fehlplanungen wie zum
Beispiel die Römergalerie in ein besseres Licht rücken zu lassen, in
dem er Visionen von Boulevarden oder ähnliches präsentiert. Eine
Fehlplanung kann aber nicht durch eine erneute Fehlplanung ausgeglichen
werden.
3. Eine Planung, wie diese, die Probleme nur verlagert ist gesetzlich
ausdrücklich verboten. Jeder ausgegeben Euro dafür ist weggeworfenes
Geld, das die Stadt dringend anderweitig braucht.
Seid vernünftig. Lassen Sie nicht beeindrucken von glänzenden Folien
und bleiben Sie mit beiden Füßen auf dem Boden. Lehnen Sie es ab sich
zu diesem Zeitpunkt festzulegen. Dafür ist das Ganze viel zu
unausgereift und unüberlegt.
RE: Ein Appell für die Vernunft (Ewald Thoma |
08 Nov. 2005 23:02)
Tony, da kann ich nur zustimmen und möchte noch für
die Gemeinderäte folgenden wichtigen Sachverhalt ergänzen:
Derzeit ist der Luftreinhalteplan für Leonberg beim Regierungspräsidium
in Arbeit. Dieser Plan MUSS bei der Flächennutzungsplan berücksichtigt
werden. Der westliche Altstadttunnel führt nachweislich und
unweigerlich zu Grenzwertüberschreitungen z.B. bei den Häusern in der
Mühlstraße. Dies ist durch Messergebnisse UNMITTELBAR belegbar. So
liegen die NO2-Messwerte für das Müllergäßle (also in unmittelbarer
Umgebung des künftigen Tunnelmunds) knapp unter dem Grenzwert. Eine
Straße wird diesen Grenzwert sicher überschreiten lassen. Ebenso
liegen Messwerte von der Gebersheimer Straße vor - mit den bekannten
massiven Grenzwertüberschreitungen. Daher ist der westliche
Altstadttunnel nicht genehmigungsfähig ! Dies ist sogar -im Gegensatz
zur früheren gesetzlichen Situation- EINKLAGBAR - allerspätestens in 4
Jahren. Hier hat sich die rechtliche Situation völlig geändert. Das
ist vielleicht noch nicht bis zu den Planern der Stadt vorgedrungen,
aber wenn sie nicht hören wollen, werden sie bald fühlen müssen. Mit
einer Entscheidung für diese Lösung besteht also die Gefahr, daß der
ganze Flächennutzungsplan Makulatur wird. Das Ergebnis wäre ein
planerischer Scherbenhaufen und die Stadt würde sich innerhalb der
Region gewaltig blamieren. Zumindest wäre es klug, vor einer
Entscheidung den Luftreinhhalteplan abzuwarten. Der Gemeinderat würde
das Regierungspräsidium im Grunde genommen brüskieren, wenn bei einer
solch kritischen Sache die Entscheidung des RP bereits vorweggenommen würde.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Regierungspräsidium nach der
Pleite mit der Klage in Stuttgart noch mal ein Risiko eingeht.
Und eines ist mit Sicherheit auch klar: Egal wie es ausgeht. Der
Gemeinderat wird das Thema Verkehr nicht los werden. Wenn jemand meint,
er hätte das Thema nach einer positiven Entscheidung für den
westlichen Altstadttunnel los, dann ist dies ein gewaltiger Irrtum. Ich
sage dies ausdrücklich, weil ich weiß, dass die Gemeinderäte dieses
Themas müde sind und nun endlich Ruhe haben wollen. (Dafür habe ich ja
auch ein gewisses Verständnis).
Der westliche Altstadttunnel wird mit Sicherheit nicht gebaut werden können
(es gibt auch noch jede Menge anderer schwieriger Hindernisse), also
wird das Problem die Gemeinderäte weiter verfolgen, ob sie wollen oder
nicht.
Eine Beruhigung der Gemüter könnte man allerdings dann erreichen, wenn
man kleinere, aber machbare Verbesserungen der bestehenden Situation
anstrebt wie z.B. die Schiele-Variante. Das wäre in der Stadt konsensfähig
und hätte wenigsten die Chance, dass sich tatsächlich etwas
verbessert, auch wenn es nicht der ach so geliebte ‘große Wurf‘
ist. Aber daran müssen wir uns in Leonberg sowieso gewöhnen. Die Zeit
der großen Vorhaben ist endgültig vorbei und sie kommt garantiert
nicht mehr wieder.
Tunnellösung (Elmar Müller | 08 Nov. 2005 10:05)
Probleme im Engelbergtunnel, siehe letzten Monatg, löst
man am besten mit einem weiteren Tunnel. Was für eine Logik steckt dahinter?
Wahrscheinlich keine, oder bestenfalls die des
Geldes für unnötige und unnütze Gutachter.
Die Stadtverwaltung und Frau Horn sind vielleicht auch Nutzniesser
davon. Alles ist möglich, planen wir weiter.
Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder doch? (Aus der
heutigen LKZ | 08 Nov. 2005 09:15
Leonberg. Ausgerechnet zum Auftakt des Berufsverkehrs
nach den Herbstferien sorgte gestern Früh der Lastwagenunfall im
Engelbergtunnel (siehe Seite 17) für ein Verkehrschaos - was vor allem
die Stadt über dem Tunnel zu spüren bekam.
Von Michael Schmidt
Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im
Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel
kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden
hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18
zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B
295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an
Stoßstange.
In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative
zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch
den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts
wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem
Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch
"technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach
einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen
und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese
Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.
Der am vergangenen Freitag im Gemeinderat ins Spiel gebrachte
"Tunnel unter der Altstadt" sei auch für solche Notfälle die
beste Lösung: "Doch deswegen brauchen wir den Tunnel nicht. Er
soll den starken Ost-West-Verkehr innerhalb der Stadt lösen",
meint die Baubürgermeisterin.
Im Regierungspräsidium Stuttgart stoßen die Leonberger Tunnelpläne
durchaus auf offene Ohren: Solch ein Vorhaben "in kommunaler Bauträgerschaft"
könnte nach den entsprechenden Regeln zu zwei Dritteln aus
Landesgeldern bezahlt werden", meint Frank Buth, Sprecher der Behörde.
Er fügt jedoch noch ein dickes "Aber" hinzu: "Eine Förderung
kann nur erfolgen, wenn die Finanzierung der übrigen Kosten
sichergestellt ist." Noch ist der von Inge Horn auf 25 bis 30
Millionen Euro Baukosten geschätzte Tunnelbau lediglich eine
Absichtserklärung im Flächennutzungsplan - und über den wollen die
Gemeinderäte erst noch abstimmen.
Eine andere Lösung für den Fall einer Vollsperrung der Autobahn und
des Engelbergtunnels könnte schneller Realität werden: Das
Regierungspräsidium verweist auf den Ausbau der A 8 zwischen Leonberg
und Heimsheim sowie den Bau des Westanschlusses. "Mit zwei
Autobahnanschlüssen lässt sich der Verkehr im Notfall besser
entzerren", sagt Frank Buth. Allerdings müsse hier konkret geprüft
werden, wie nach dem Ausbau der Autobahn zwischen Leonberg und Heimsheim
die Umleitungsstrecken aussehen. "Da sind wir auf den Rat und die
Einschätzung der Landratsämter, der Städte und Gemeinden
angewiesen." Grundsätzlich sei es immer schwierig, wenn eine hoch
belastete dreispurige Autobahn auf eine einspurige Landstraße
umgeleitet werden muss. "Es ist eben ein Notfall", bittet der
Behördensprecher des Regierungspräsidiums die Autofahrer um Verständnis.
Leonbergs Erster Bürgermeister Helmut Noë relativiert die Auswirkungen
des gestrigen Unfalls. "Das passierte eben zu einer ungünstigen
Zeit. Wenn die Lastwagen morgens von den Rastplätzen aufbrechen, ist
natürlich auch auf den Umleitungsstrecken viel los." Er hält an
der U 18 durch Leonberg fest, auch mit dem Verweis auf andere
Metropolen: "Vergangene Woche habe ich in München eine ähnliche
Situation erlebt. Die Wirkung der blauen Umleitungsschilder wird von
Fachleuten tatsächlich nicht sehr hoch bewertet - dank moderner
Satellitennavigation. Immer mehr Autofahrer verlassen sich im
Zweifelsfall auf ihr Navigationssystem, das sie auch über völlig
abwegige Nebenstrecken ans Ziel bringt."
Blinde Gutachtergläubigkeit in Leonberg?
(Renate Wohlbold | 07 Nov. 2005 10:43)
1. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor ca.
zwei Jahren mit einem Gemeinderat über die Entlastung der Stadt durch
den Westanschluss diskutiert habe. Ich habe damals diese
Verkehrsentlastung angezweifelt, dieser Gemeinderat war aber felsenfest
davon überzeugt, weil er ja die Gutachten gesehen und die Erklärungen
der Gutachter gehört hatte. Kein Zweifel und alle Kritiker liegen
falsch: der Westanschluss wird Leonberg (auch die Gartenstadt)
entlasten.
Seit einem Jahr geben plötzlich Leonbergs Bürgermeister zuerst im
kleinen Kreise, dann öffentlich zu, dass der Westanschluss die Stadt
nicht entlasten wird. Also, was waren das für Gutachten mit denen die
Gemeinderäte zur Abstimmung gebracht wurden und wer ist bei
Nichteintreffen der Ergebnisse zur Rechenschaft zu ziehen?
2. Ich kann mich noch gut erinnern, wie kurz vor Inkrafttreten der geänderten
22. BimSchV ein Gutachter bzw. Experte zum Thema Luftschadstoffe vor dem
Gemeinderat die Leonberger Situation erläuterte. Er brachte unpassende
Vergleiche und versuchte die Gemeinderäte zu überzeugen, dass Leonberg
kein Problem mit Luftschadstoffen hat. Frau Horn war damals mit dem
Vortrag und dem Vortragenden sichtlich zufrieden. Kurz darauf dann die
Realität, Leonberg gehört zu den stark belasteten Städten und muss
einen Luftreinhalteplan erstellen. Aber als Gemeinderat kann man daraus
lernen oder man glaubt eben weiterhin unbesehen die Ergebnisse, zu denen
von der Verwaltung bezahlte und beauftragte Gutachter kommen.
3. Römergalerie: Es gab wohl auch ein Gutachten für diesen
leerstehenden Monsterbau, das den Gemeinderäten die Zustimmung zu dem
Projekt ermöglicht hat. Wo planen die Gutachter heute? Was gehen sie
die Prognosen von vor zehn Jahren an? Hauptsache ihre Kasse stimmt.
4. Es werden sicher auch Gutachter und Architekten gewesen sein, die das
unmenschliche Wohngebiet mit Sozialwohnungen am Stadtpark geplant haben.
Jeder der hier wohnen muss ist nur bestrebt wieder herauszukommen. Es
wurde in zentraler Lage ein sozialer Brennpunkt geplant und gebaut und
dabei ein Stück wertvolles, an den Stadtpark grenzendes Grundstück
verschrottet.
5. Zuletzt auch der Basistunnel, erste Gutachten über die gefährlichen
Gipsschichten haben der Verwaltung nicht gefallen so hat man neue in
Auftrag gegeben die plötzlich alles einfach und möglich machten.
Seither gibt es in jeder Hinsicht: nämlich bauliche-,
sicherheitstechnische-, verkehrstechnische Probleme und Folgekosten in
Milliardenhöhe. Die erwartete Entlastung der Stadt blieb wohl auch aus,
sonst hätten wir sicher weniger Verkehr. Ja und wo sind denn jetzt die
Gutachter? Übernehmen sie die Verantwortung? Sind es die gleichen
Gutachter, die immer betonen dass der alte Engelbergtunnel keine
Entlastung bringt?
Wahrscheinlich ist Leonberg die Stadt, die sich als am stärksten
gutachtergeschädigt in ein Buch der Rekorde eintragen lassen kann,
falls es überhaupt hier jemand bewusst wird.
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