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Und
wieder viele Fragen zu Leonberger Straßenplanungen
(Renate
Wohlbold | 28 Nov. 2005 20:20
Es gibt zwei Dinge, die mir nicht aus dem Kopf gehen und deshalb möchte
ich sie einfach mal zusammenfassen.
Erstens: In der LKZ vom 08.11.05 konnten wir lesen: „In der Leonberger
Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative zur
Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch den
Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts wissen.
Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem Urteil des
Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch "technisch
kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach einer Vollsperrung
der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen und
Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese
Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.
Der am vergangenen Freitag im Gemeinderat ins Spiel gebrachte
"Tunnel unter der Altstadt" sei auch für solche Notfälle die
beste Lösung: "Doch deswegen brauchen wir den Tunnel nicht. Er
soll den starken Ost-West-Verkehr innerhalb der Stadt lösen",
meint die Baubürgermeisterin.“
Dazu Fragen:
1.Warum schließt sich die Leonberger Baubürgermeisterin dem Urteil des Finanzbürgermeisters
an, wenn es um Verkehrsprobleme geht.
2.Warum befürwortet ein Finanzbürgermeister mit leerem Stadtsäckel
offensichtlich die teuerste aller Planungen, nämlich den Tunnel.
3.Höfingen und Gebersheim seien auch nicht besser geeignet für die
Autobahnumleitung. Das mag sein, unser Finanzbürgermeister muss das
wissen, er lebt ja in Höfingen, die Frage ist aber brauchen wir überhaupt
eine Autobahnumleitung?
Zweitens:
In der letzten Gemeinderatsitzung als alle Fraktionsvorsitzenden das
Wort ergreifen durften sprach Herr Maurmeier für die FDP zum Thema
Altstadttunnel. Ich kann es nicht mehr zitieren, aber weiß es sinngemäß
recht genau. Stadt bedeutet Verkehr also in einer Stadt zu leben
bedeutet eben die Verkehrslasten zu tragen. Im Gegensatz dazu ist Höfingen
wohl Land und darf nicht belastet werden. Auch Herr Prof. Maurmeier lebt
in Höfingen und ich kann verstehen, dass die Höfinger Bürger von
ihrem Gemeinderat diesen Einsatz für Höfingen erwarten. Dazu kommt
dass Herr Prof. Maurmeier im Planungsausschuss nicht zuletzt durch sein
profundes Fachwissen großes Gewicht hat.
Aber auch dazu habe ich noch Fragen:
1.Ging es von Anfang an um Straßenplanungen oder wurden Alternativen
ernsthaft in Erwägung gezogen?
2.Kann man ein Dorf im Großraum Stuttgart, das Teilort eines
Mittelzentrums ist verkehrstechnisch mit einem Dorf auf dem Land
vergleichen?
3.Hat Höfingen bezüglich der Luftschadstoffwerte durch Verkehr ähnliche
Probleme wie Leonberg oder ist Höfingen schon durch seine
topographische Lage deutlich weniger belastet?
Und nun meine letzte Frage: Wer kann nachher verhindern, dass die
Autobahnumfahrung über den Altstadttunnel zum Westanschluss geschossen
wird?
es
gibt natürlich auch Antworten ... (Ewald Thoma | 28 Nov. 2005
21:03
In der Tat betrifft der Altstadttunnel nicht nur die Altstadt sondern
er verteilt den Verkehr großräumig in anderer Weise. Er ist eben nicht
-wie es als Begründung in der Gemeinderatsdrucksache steht- nur eine
(harmlose) Ergänzung des bestehenden Verkehrsnetzes ohne regionale
Sogwirkung. Ganz im Gegenteil: Der Tunnel öffnet quasi die Büchse der
Pandora. Éine (nicht die einzige) dieser regionalen Sogwirkungen ist,
dass sich Höfingen und Gebersheim dadurch eine Entlastung der eigenen
Ortsdurchfahrten versprechen. Ganz besonders wäre dies beim sogenannten
Krankenhausbogen der Fall, aber auch die jetzt beschlossene Lösung wäre
bereits eine attraktive Alternative. Daher ist es nicht verwunderlich,
dass die ‘Höfinger Fraktion‘ den Altstadttunnel West bevorzugt.
Derzeit - das muss man einfach sehen - sitzt in Leonberg (fast) jedem
das Hemd näher als der Rock. Es regiert das St-Floiansprinzip. So lange
es einen westlichen Altstadttunnel gibt, ist die Diskussion um die
Alternativen weg und man kann im Stillen dafür sorgen, dass diese
Alternativen immer unwahrscheinlicher werden. Da gibt es ja ganz
erfolgreiche Vorbilder aus der Vergangenheit (z.B. an der Berliner
Strasse in Richtung Engelberg). Der Flächennutzungsplan wirkt ja in
beide Richtungen: Er verhindert bestimmte Dinge aber er läßt auch ganz
bestimmte Dinge zu.
Eines muss man aber auch anerkennen: Es gibt vereinzelt Ausnahmen von
der St.-Florians Regel. Namen möchte ich deswegen nicht nennen, weil
diejenigen dann möglicherweise in den eigenen Reihen unter Druck
geraten könnten. Aber wir Betroffene haben dies sehr wohl positiv
registriert.
RE:
Damit kein falscher Eindruck entsteht (Renate Wohlbold | 29 Nov.
2005 09:17)
Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin der Ansicht und halte es
für völlig legitim wenn ein Gemeinderat aus Höfingen sich für Höfinger
Interessen einsetzt. So funktioniert normalerweise Demokratie zumal die
Höfinger nicht gerade die Mehrheit im Gemeinderat haben, oder?
Bedenklich wird es nur wenn ich mich frage, warum sich so wenig
Leonberger Gemeinderäte für Leonberger Interessen einsetzen. Hier habe
ich manchmal den Eindruck dass einige sich für eigene Vorteile oder die
Vorteile ihrer Lobby einsetzen. Sonst hätte der Gemeinderat sicher eine
bessere Lösung für alle finden können, aber hat er sie gesucht?
Zu den Verkehrsinteressen von Herrn Noe fällt mir nichts ein.
ein
Alptraum (Horst Dreher | 29 Nov. 2005 00:33)
Ich habe die ganzen Beiträge hier im Forum nochmals an mir
vorbeiziehen lassen. Nun drängt sich mir ein ungeheurer Verdacht auf.
Wurde die angedachte Baumfällaktion von 2000 Bäumen im Glemstal
bereits im Vorgriff auf eine Umgehungsstrasse und Autobahnumleitung
durch das Glemstal geplant? Sollte da schon Platz dafür geschaffen
werden?
Ich hoffe, mein Alptraum wird niemals wahr!
Lokale
Agenda (Petra | 26 Nov. 2005 15:02)
Aus der Stuttgarter Zeitung habe ich entnommen, dass es in der AGENDA
21 15 verschiedene Arbeitskreise gibt, die sich mit der Stadtentwicklung
beschäftigen. Auffällig für mich ist nun, dass nicht ein Arbeitskreis
sich mit dem Glemstal und seine Einbindung in die Stadt als
Naherholungsgebiet einsetzt. Ist das Glemstal für diesen Zusammenschluß
von Bürgern kein Thema, weil jeder vernünftige Mensch es sowieso für
unantastbar hält, oder wurde es bereits aufgegeben und geopfert für
die Gesaltung der alten Autobahntrasse als zukünftiges
Naherholungsgebiet?
Agenda
und Glemstal (Ewald Thoma | 27 Nov. 2005 14:37)
Petra, das stimmt so nicht. Die Agenda
setzte sich sehr wohl für das Glemstal ein. Das Problem ist aber, dass
die Agenda im politischen Leonberg nur wenig Gewicht hat.
Vor allem diejenigen Gruppen, die darauf angewiesen sind, dass sie von
Verwaltung und Gemeinderat Unterstützung bekommen, haben Probleme (z.B.
Radl, Immissionen, Brückenschlag, Höfinger Verkehrsgruppe). Sobald
Zielkonflikte zu wirtschaftlichen und anderen (Lobby)-Interessen
aufgetaucht sind, haben diese bisher immer Vorrang vor den
umweltorientierten und nachhaltigen Ansätzen gehabt. Dies hat in diesem
Jahr auch zu Krisengesprächen mit der Verwaltung geführt (Frau Horn
und Hr. Schuler haben dabei zumindest zugehört- das muss man positiv
vermerken). Bei diesen Geprächen waren gerade das Glemstal und die
Tunnelpläne durchaus ein Thema. Wenn man aber nun z.B. die tatsächlich
Entwicklung bei der Tunneldiskussion (aber auch bei vielen anderen
Themen der Flächennutzungsplanung) betrachtet, muss man konstatieren,
dass die Gespräche nutzlos waren. Es ist leider nicht gelungen, dass
die Agenda in den Prozess der Flächennutzungsplanung eingebunden wurde.
Leider haben insbesondere bestimmte Fraktionen im Gemeinderat wenig
Interesse gezeigt, mit der Agenda überhaupt ins Gespräch zu kommen.
Das Ergebnis ist, dass bei praktisch allen Einzelmaßnahmen die
Umweltaspekte unter den Tisch gefallen sind - sogar auch dann, wenn
andere Behörden explizit darauf hingewiesen haben (siehe auch
entpsrechender Kommentar in der LKZ). Leonberg ist umweltresistent
geworden - Nachhaltigkeit hat keinen Stellenwert mehr. Da ist der
rigorose Umgang mit dem Glemstal eine geradezu logische Folge.
Verkehrszahlen
(Petra | 24 Nov. 2005 12:36)
Die A 8 soll fit gemacht werden für den Verkehr der
Zukunft und als Teil der großen West-Ost-Verbindung der E 52
Paris-Stuttgart-Salzburg funktionieren. Derzeit verkehren 70.000
Fahrzeuge am Tag auf dieser bergigen Strecke. Für 2015 werden 93.000
Fahrzeuge prognostizieret. Es sollen ca. 40.000 Autos durch das Glemstal
bzw. Gartenstadt und Eltingen durchgeschleust werden. Voprausgesetzt es
ist kein Stau auf der Autobahn und die Maut für PKW‘s kommt nicht,
die aber von Staatssekretär Köberle gewünscht wird. Ca. die Hälfte
der Fahrzeuge, die auf der Autobahn A 8 verkehren, sollen übers
Glemstal verteilt werden, dabei wird ja der Verkehr auf der Autobahn über
2 bis sogar 4 Spuren geführt. Das bedeutet für Leonberg durch diese
Tunnellösung eine Bündelung des Verkehrs und somit viele Staus.
In Backnang ist ein Ausbau der B 14 ebenfalls mit einer Tunnellösung
geplant. Dort werden 47.500 Fahrzeuge erwartet. Zukünftig sogar 65.000
Fahrzeuge, weil die Zahl der LKW‘s deutlich steigen wird und durch den
Ausbau überregionaler Verkehr angezogen wird. Gemeinderäte, die der
Tunnellösung zugestimmt haben, sind nicht am Wohl aller Bürger von
Leonberg interessiert, sondern auf ihr eigenes Wohl bedacht. Und so
treudoof wird wohl keiner sein, dass er ernsthaft glaubt, dass er letzen
Dienstag einfach nur so mal was beschlossen hat. Die Verwaltung weiß
genau, was sie da dem Glemstal und der Gartenstadt zumuten will. Das
scheinheilige Getue und uns als Propagandisten zu beschimpfen, kann sie
sich sparen. Mit legitimen Mitteln wollten wir darauf hinweisen, dass
man nur fundierte Beschlüsse fassen sollte. Das Ergebnis ist nun, dass
viele Bürger nicht mehr wissen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Ich
überlege mir z. B. mein Kind nicht in eine Schule in Leonberg zu
schicken, weil der Schulweg und der Aufenthalt in der Schule lebensgefährlich
ist. Schön, denkt sich die Verwaltung, falls sie das liest. Die Bürger
sind so leicht zu manipulieren, denn auf diesem Weg haben wir schon
wieder ein paar Euros gespart.
Es stellt sich mir noch eine Frage. Warum wird erst jetzt in der Zeitung
über die Zerstörung des Glemstales berichtet und erst nach dem Beschluß
Leserbriefe gesammelt veröffentlicht? Ein wenig mehr Aufklärung hätte
ich mir schon gewünscht.
Verkehrte
Welt (Ralf | 23 Nov. 2005 10:33)
Menschen, die konkrete Fakten und Zahlen auf den Tisch
legen, die legitime Fragen stellen werden als Propagandisten beschimpft.
Die Mehrheit des Gemeinderats beschließt ein für ganz Leonberg
einschneidendes Projekt auf das Argument hin: "jetzt haben wir 39
Jahre nichts gemacht, alle Gutachter (von der Verwaltung bestellt und
bezahlt!!) sagen, dass die Lösung unserer Verkehrsprobleme im Westen
liegen". Da werden Millionen verplempert ohne dass Zahlen
hinterfragt werden. Allen war klar, eine Entscheidung zum jetzigen
Zeitpunkt ist blinder Aktionismus. Es werden vorzeitig Alternativen
ausgeklammert. Kritische Fragen sind nicht willkommen und werden nur
ausweichend beantwortet. Wer den Ausführungen der CDU genau zugehört
hat (Nordumfahrung Krankenhaus, Anbindung Westanschluss) braucht
eigentlich nur noch einen Blick auf den Stadtplan zu werfen, um zu
sehen, dass hier eine wunderschöne Ausweichstrecke für die Autobahn
geplant wird, die den erhofften Effekt für die Innenstadt genau ins
Gegenteil verwandeln wird.
In Zukunft liegt es nur an uns Wählern, Gemeinderäte zu wählen, die
bereit sind zu kritisch zu hinterfragen und keine Entscheidungen auf
schwammige Aussagen hin zu fällen.
Einige
Splitter von gestern abend (Ewald Thoma |
23 Nov. 2005 23:23)
Zum Haushalt:
Hr. Stolle: "Wenn wir vor 5 Jahren gewußt hätten, dass die Zuführung
zum Verwaltungshaushalt 7 Millionen betragen würden, wären wir
entsetzt gewesen"
(Anmerkung: wir haben vor 5 Jahren dies vorhergesagt und sind damals als
Schwarzmaler bezeichnet worden)
Hr. Thieliant: "Wir können den Haushalt nachhaltig mit Grundstücksverkäufen
sanieren"
(Anmerkung: anscheinend haben sich die Gemeinderäte an das jährliche
Defizit gewöhnt und denken, der Vorrat an Vermögen ist unbegrenzt)
Fr. Horn: "Es geht um eine bessere Verteilung des Verkehrs"
(Anmerkung: Besser ist alles, was der Gartenstadt aufgedrückt wird.)
Fr. Horn zur Innenstadt:
"38.000 Fahrzeuge sind zuviel"
dagegen zu den Zahlen im Glemstal:
"keine Vorstellung über die Verkehrsmenge"
"es geht um die Konzentration von Vorteilen im Westen"
"es geht um eine klare Entscheidungsgrundlage"
"es geht darum, alle Kräfte zu bündeln, um Geld für den
westlichen Tunnel zu erhalten"
(Amerkung: uns wollen einige Gemeinderäte weiß machen, dass es bei der
Entscheidung eigentlich gestern noch um gar nicht ging - nur um einen
kleinen Strich in einem Plan. "Haltet den Ball flach")
"Realisierbarkeit ist kein Kriterium"
Frage von OB an Fr. Horn: Können Sie die Fragen der Bürger beantworten
?
Fr. Horn: nein, dies ist nicht möglich.
(Anmerkung: ganz schön arrogantes Verhalten - da sollen keine Emotionen
aufkommen?)
OB: "Diese Propaganda-Gruppe"
(Anmerkung: wieder Emotionen, oder getroffener Hund bellt)
Und, Und, Und........
Frage
5: War die Bürgerbeteiligung wieder eine Alibiveranstaltung?
(Renate | 23 Nov. 2005 21:22)
Was ist daraus geworden? Ich kann mich noch gut
erinnern wie sich ein Gemeinderat während der Vorstellung der
Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung laut geärgert hat: "Was
wollen die nur ständig mit der Glems"!
Aber so war es. In allen Gruppen war es besonders wichtig, Talente
Leonbergs herauszufinden und unabhängig voneinander wollten alle die
Glems und die Glemsauen bewahren, aufwerten, als Naherholung erhalten,
wo nötig renaturieren und grüne Verbindungen zur Kernstadt schaffen.
Diese teuren Spiele mit den Bürgern sollte sich die Leonberger
Verwaltung künftig sparen.
Frage
4 Warum hat Herr Schmalzried gegen den Tunnel gestimmt? (Ein Bürger
| 23 Nov. 2005 17:40)
Warum hat der Herr Schmalzried gegen den Tunnel
gestimmt? Er wohnt doch in der Feuerbacher Strasse. Bei ihm hätten wir
total Verständnis aufbringen können, wenn er für den Tunnel gestimmt
hätt, oder?
Frage
3: Kann oder will Frau Horn auf unsere Fragen nicht antworten?
(Renate Wohlbold | 23 Nov. 2005 15:51)
Kann oder will Frau Horn auf unsere
Fragen nicht antworten?
Ich fand den Antrag von Herrn Mauermeier recht vernünftig, die
Abstimmung zu verschieben bis die Fragen der Bürger beantwortet sind.
Frau Horn meinte (mit Unterstützung von Herrn Schuler) daß diese Fragen
in absehbarer Zeit nicht zu beantworten seien.
Herr Mauermeier als Verkehrsplaner war durchaus der Ansicht dass
vielleicht nicht alle, aber durchaus ein Großteil der Fragen
beantwortet werden könnten.
Stellt sich noch mal die Frage, will die Verwaltung nicht antworten weil
die Antworten sehr unangenehm ausfallen könnten?
Daraus folgt Frage 3b: Müssten nicht alle seriösen Gemeinderäte bevor
sie eine so folgenschwere Entscheidung für die Stadt treffen Interesse
daran haben, dass diese Fragen (auch für die eigene
Entscheidungsfindung) beantwortet werden?
Reine
Spekulation, oder? (Petra | 23 Nov. 2005
14:09)
Frau Horn appellierte gestern an den Gemeinderat
Gutachtern zu vertrauen und einen Beschluß zu fassen, der da lautete:
"Ich weiß nicht wo, ich weiß nicht wann und auch noch nicht wie,
Schadstoffemissionen und Lärm interessieren mich nicht. Bei der
Mehrheit der Gemeinderäte sah man die Euros in den Augen blitzen.
Hasensaul, neues Industriegebiet und dabei wird mein eigenes Grundstückle
noch wertvoller, super. Was interessiert da noch ein Glemstal oder eine
Gartenstadt. Die Verwaltung hat den Gemeinderat ganz böse manipuliert,
denn der Gutachter sollte keine Lösung für die Gesamtstadt finden,
sondern nur für weniger Verkehr in der Altstadt sorgen. Gestern wurden
interessierte Bürger von Gemeinderäte getröstet; wird ja nicht so
schlimm werden. Jeder einzelne Gemeinderat, der für diesen Vorschlag
gestimmt hat, war sich aber genau darüber im Klaren, dass er damit
diverse Stadtteile, die sowieso schon mit zuviel Verkehr gebeutelt sind,
endgülitg kaputt macht. Wie kann die Verwaltung glauben, dass sich die Bürger
damit abfinden, dass man sie vielleicht 15 Jahre oder länger in der
Luft hängen lässt. Das Ausmaß der baulichen Maßnahmen ist nicht
bekannt, deshalb wird das Leben in den betroffenen Stadtteilen zu einem
nicht mehr kalkulierbaren Risiko.
Aber vielleicht sind wir alle nur ein Spekulationsobjekt. Demnächst
verkaufen viele äußerst günstig ihre Wohnungen und Grundstücke,
Gemeinderäte werden aufkaufen und planen die Straße dann vielleicht
woanders.
Frage
2: Gibt es im Moment zu wenig Verkehrsbelastungen in der Gartenstadt?
(Renate Wohlbold | 23 Nov. 2005 10:13)
Frau Horn möchte, dass der Verkehr
gerechter verteilt wird und deshalb soll die neue Trasse in die
Gartenstadt. Wenn ich sie richtig verstanden habe hält sie das für
gerecht. Das bedeutet dass sie die Gartenstadt im Vergleich zu anderen
Wohngebieten für zu wenig belastet hält, wenn ich das richtig
verstanden habe.
Hat sie damit recht? Gibt es im Moment einfach zu wenig
Verkehrsbelastungen in der Gartenstadt?
Seit
gestern gibt es viele neue Fragen. Frage1
(Renate Wohlbold | 23 Nov. 2005 09:29)
Bei der Gemeinderatsitzung gestern wurde (Thielliant)
darüber gesprochen, dass die Stadt ihren desolaten Haushalt durch
Grundstücksverkäufe retten kann. Dazu sollten natürlich die wenigen
noch vorhandenen Grundstücke möglichst teuer verkauft werden. Eines
davon liegt im Gebiet östliche Grabenstrasse. Dieses Grundstück wurde
durch die gestrige Abstimmung zweifellos aufgewertet.
Meine Frage: Mußte der Glemstaltunnel nur deshalb so eilig beschlossen
werden, weil die Stadt beim Verkauf ihres Grundstücks an der
Grabenstrasse mehr Gewinn erzielen will?
Leonberg
hat nicht viele Attraktionen (Tony | 21
Nov. 2005 19:24)
Der OB erwähnt eines in fast allen seiner Reden: Den
Pomeranzengarten. Noch bedeutender ist der Glemstal(rad)weg. Im Sommer
kommen Hunderte von Auswärtigen (mit der S-Bahn!), um das schöne
Glemstal zu geniessen. Ausgerechnet diese beiden Aushängerschilder der
Stadt sollen unattraktiv gemacht werden bzw. zum Opfer einer sinnlosen
Straßenplanung fallen um ... ja um was eigentlich? Um überdachte
Einkaufszentren aufzuwerten. Eigentlich wäre ein erster Schritt erst
einmal diese Hochhäuser von innen zu beleben. Früher fuhren mehr
Leute Richtung Neuköllnerplatz, um zu tanken als jetzt die Römergalerie
zu besuchen. Und dafür sollen 3 Teile der Innenstadt nachhaltig zerstört
werden und die Lebensqualität von hunderten von Familien ebenfalls. Wer
hier zustimmt, der hat ganz andere Motive als die, die auf dem Tisch
liegen. Dafür müsste man die Grundstücksverhältnisse in die Stadt
(vor allem entlang der Engelbergtrasse) kennen, um das ganze zu
verstehen
RE:
Leonberg hat nicht viele Attraktionen
(Petra | 22 Nov. 2005 10:29
Eine Attraktion die Leonberg weltweit bekannt macht,
ist die Hunderasse der Leonberger. Der Gemeinderat und die Verwaltung möchte
aber "die Hundehaltung eindämmen und damit verbundene Belästigungen
und Gefahren für die Allgemeinheit wie Verschmutzungen von Gehwegen,
Kinderspielplätzen und öffentlichen Einrichtungen durch Hundekot, Gefährdung
von Fußgängern und Radfahrern, die nicht selten von Hunden angefallen
werden, sowie belästigendes Gebell in Wohngebieten." Belästigungen
von Hunden finden nur dort statt, wo Fehler in der Haltung und von der
Haltern selbst begangen werden. Allgemein alle Hundehalter zu verdammen,
halte ich für sehr fragwürdig.
Überhaupt, wo will der Gemeinderat eigentlich hin? Eine sterile Stadt
ohne Tiere und Kinder mit einem tollen Boulevard und den Kirschgärten für
Reiche. Es soll ein Wohngebiet kaputt gemacht werden, 5 Kindergärten
und 3 Schulen sollen permanent den Abgasen und dem Lärm von ca. 40000
Autos ausgestzt weden (mehr bei Stau auf der Autobahn). Die
Lebensgrundlage und die Lebensqualität für Familien soll entzogen
werden zu Gunsten eines Boulevards? Sind wir doch mal ehrlich, die
Leistungsträger in unserer Gesellschaft werden am wenigsten Zeit haben
auf diesem Boulevard zu flanieren, denn die müssen arbeiten um ihre
Kinder irgendwie groß zu kriegen und die Schulden abzubezahlen, die
solche Überlegungen nachsich ziehen
RE:
Leonberg hat nicht viele Attraktionen
(Renate | 22 Nov. 2005 15:55)
Ja Tony,
diese Art zu planen hat in Leonberg Tradition und so sieht die Stadt
heute auch aus. Es hat sehr viel Geld gekostet, diese verkehrlichen Mißstände
herbeizuführen und es wird noch sehr viel Geld kosten, die verbliebenen
kleinen Oasen plattzumachen. (Kirschgärten, Glemstal, usw.) Was dann an
der Stadt noch liebenswert sein soll, fällt mir im Moment nicht ein und
dass es nicht nur um die Gartenstadt geht, haben die Gemeinderäte
wahrscheinlich noch nicht begriffen. Der Unmut der Bürger im Ramtel,
ich meine hier den nichtprivilegierten, sprich weniger einflussreichen,
größeren Teil an der neuen Ramtelstrasse bzw. in den Wohnstrassen
nimmt auch zu. Sie leiden unter dem Tunnelmund, der Autobahn, dem
zunehmenden Durchgangsverkehr der durch einen neuen Großmarkt noch
verstärkt werden soll. Die Bürger im Halden zählen auch nicht,
wahrscheinlich wohnen hier zu wenig Gemeinderäte. Das Wohngebiet im
Distelfeld oberhalb der Bahnhofstrasse wird sicher auch zusätzlich
stark belastet, ebenso natürlich die Altstadt durch ihre geographisch Nähe
zum geplanten Stau im Glemstal. Der Umfahrungsverkehr der Autobahnen,
den Frau Horn hier offiziell schon eingeplant hat (siehe LKZ vom
8.11.05), wird dann auch noch das Ezach zusätzlich belasten. Der
Verkehr auf der Stuttgarter Straße wird nach wie vor ein Problem sein.
Also wer oder was profitiert von dieser Planung? Die Mehrzahl der
Leonberger Bürger sicher nicht.
Entscheidungsfindung
(Ein interessierter Bürger | 21 Nov. 2005 20:29)
Wenn ein Gemeinderat aus seiner Entscheidung für sich Vorteile
zieht, Menschenleben bewußt gefährdet, ein Naherholungsgebiet zerstört,
eine Autobahnabkürzung durch ein Wohngebiet plant und einer
verschuldeten Stadt zusätzliche Schulden zumutet - also seinen Kopf in
den Sand steckt und nicht nach den offensichtlichen Konsequenzen seines
Tuns fragt, kann man ihn dann nicht zur Verantwortung ziehen?
Gemeinderäte sollten doch gewissenhaft und unter Berücksichtigung
aller Informationen Entscheidungen treffen. Das wiederum schließt doch
eigentlich blinden Aktivismus, Gruppenzwang, Hörigkeit gegenüber eines
OB‘s und Entscheidungen unter Zeitdruck aus. Wie in aller Welt kann
dann so ein Schwachsinn überhaupt zur Abstimmung gebracht werden?
RE:
Entscheidungsfindung (Ralf | 21 Nov. 2005 22:00
von Ralf am 21 Nov. 2005 22:00
Nein, es ist kein "Kopf in den Sand stecken" Der Gemeindrat
entscheidet jetzt in vollem Bewußtsein, dass diese angestrebte Lösung
keiner Umweltverträglichkeitsprüfung standhalten wird. Das heißt
beschlossene Gesetze werden durch eine überhastete Entscheidung bewußt
umgangen. Das ist Betrug! Betrug am Bürger! Betrug an der Umwelt und
der Natur. Und da dieses jedem Gemeindratsmitglied ganz offen von seinem
OB gesagt wurde, kann sich niemand damit herausreden, er hätte nicht
gewußt was er tut. Ich bin gespannt welcher Gemeinderat das Standing
hat, sich nicht vor so einen oberfaulen Karren spannen zu lassen. Wer
Vorschriften und Gesetze so großzügig auslegt , wie dies in unserer
Gemeinde geschieht, darf sich nicht wundern, wenn die Bürger sämtliche
legalen und legitimen Mittel ausschöpfen, um gegen solches Unrecht
vorzugehen
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